Facharbeit: Dorf des Vergessens

Anfang

Dorf des Vergessens

Entwurf einer sicheren Wohnstätte für Demenzpatienten

Vorgelegt von Aron Lang

Inhaltsverzeichnis

1   Einleitung
2   Entwicklung des städteplanerischen Anforderungskatalogs
      2.1   Das Krankheitsbild Demenz
      2.2   Rechtliche Grundlagen zur Betreuung
      2.3   Bedürfnisse von Demenzkranken
      2.4   Erkrankungsbedingte Einschränkungen von Demenzkranken
      2.5   Die pflegerische Versorgung von Demenzkranken
      2.6   Die Lage des Dorfes
      2.7   Der städteplanerische Anforderungskatalog
 3    Entwicklung des Dorfes
      3.1   Erste Grundideen und Skizzen
      3.2   Optimierung des ausgewählten Entwurfes
      3.3   Der Endentwurf
4   Fazit – Eine kritische Evaluation

Quellenverzeichnis

Erklärung zur Facharbeit

Anhang mit Skizzen und Entwurfplänen

 

1 Einleitung

 Der demografische Wandel, eine Gesellschaft, die immer älter wird; das Krankheitsbild Demenz, das immer häufiger die Medien beherrscht; die Berichte über einen alten Mann, der demenziell erkrankt ein Altenheim verlassen konnte und nie wiedergefunden wurde1 2; all dies hat die Motivation für diese Facharbeit gelegt.
Einen Ort zu erschaffen, an dem Patienten mit einer Demenz ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen können, an dem ihre Bedürfnisse nach Bewegung und Beschäftigung berücksichtigt sind, in dem sie sich gefahrlos bewegen ohne dies verlassen zu können und rund um die Uhr professionell versorgt sind, ist der Grundgedanke des „Dorf des Vergessens“, ein Name angelehnt an eine gleichnamige ZDF Reportage.3
Eine von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Studie4 „Demenz im Allgemeinkrankenhaus“ kam zu dem Schluss, dass fast jeder 5. Patient der über 65-Jährigen Krankenhauspatienten an einer Demenz leidet. Andere Hochrechnungen gehen davon aus, dass es in Deutschland 2030 rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz geben wird.5
Eine erschreckende Zahl, bedenkt man, dass sich dies auch auf die adäquaten Versorgungsstrukturen für Demenzkranke auswirken muss. Viele Altenheime bieten eine gute Versorgung für leicht demenziell erkrankte Menschen an, aber was passiert mit denjenigen, die deutliche Weglauftendenzen haben, die wie der oben genannte ältere Herr das Haus ohne Aussicht auf ein Zurückfinden verlassen?
Eine Internetrecherche ergab, dass es in der Grafschaft Bentheim nur eine geschützt geschlossene Station für fortgeschritten demenzerkrankte Menschen gibt, und zwar im „Hansa Wohnstift am Vechtesee“ Nordhorn. Dies wird den oben genannten Studien zur Folge auf Dauer nicht ausreichen.
„Das Dorf des Vergessens“ soll einen exemplarischen Entwurf einer Wohnform für Demenzpatienten zeigen, die speziell ihren Bedürfnissen angepasst ist und trotz Freiraum das größte Maß an Sicherheit gewährleistet.
Neben einer umfangreichen Literaturrecherche konnten im Gespräch mit Thomas Krüger, dem pflegerischer Leiter der geschlossenen Station der Psychiatrie6 in Nordhorn, viele wertvolle Erkenntnisse, Erfahrungen und Hintergrundinformationen über das Krankheitsbild und den Umgang mit dementen Patienten gesammelt werden, die für den folgenden theoretischen Teil dieser Facharbeit sehr hilfreich waren.
Die Facharbeit baut sich wie folgt auf. Im theoretischen Teil werden die Grundlagen des Krankheitsbildes Demenz erläutert und die speziellen Bedürfnisse analysiert, um einen städteplanerischen Anforderungskatalog zu erarbeiten. Dieser Anforderungs-katalog wird im Weiteren Schritt für Schritt in einer kommentierten und begründenden Form als städteplanerischer Entwurf umgesetzt und zum Endentwurf präzisiert. Eine kritische Evaluation schließt die Facharbeit ab.


1) Schulte-Sustrum F., Burkert S.: “Einsatzkräfte suchen weiter nach Vermisstem“, in: Grafschafter Nachrichten, 19.08.2016
2) Schönrock J.: „Werner Förster seit einem halben Jahr vermisst“, in: Grafschafter Nachrichten, 18.02.2017
3) ZDF, 37°, „Das Dorf des Vergessens“, 12.01.2016
4) Studie „Demenz im Allgemein-Krankenhaus Prävalenz und Versorgungssituation“ der Hochschule Mannheim und der Technischen Universität München 2012- 2015, General Hospital Study
5) Vgl: Bickel,H., Die Epidemiologie der Demenz, Das Wichtigste1, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Juni 2008
6) Station 53, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Euregio-Klinik Nordhorn